Die USA plädieren für stabiles Wachstum der fossilen Energie

Während die Schweizer Medien wenig bis nichts über die Weltklimakonferenz in Kattowitz zu vermelden wissen, berichtet die Süddeutsche Zeitung von einer Art Guerilla-Aktion internationaler Umweltgruppen. Während der Rede des US-amerikanischen Unterhändlers Preston Wells Griffith. Nachdem Griffith eine ganze Weile über den Segen fossiler Energie gesprochen und den „Alarmismus“ der Klimadebatte gegeisselt hatte, lachten ihn die jungen Umweltschützer einfach aus, übernahmen dann für rund 10 Minuten die Regie der Veranstaltung und klagten die amerikanische Klimapolitik scharf an und verliessen dann mit «Schämt Euch!»-Rufen den Saal.

Laut der Süddeutschen Zeitung hielt sich die amerikanische Delegation in der Konferenz-Öffentlichkeit weitgehend zurück, hinter den Kulissen aber arbeitete sie in der ersten Verhandlungswoche darauf hin, zusammen mit Saudi-Arabien, Kuwait und Russland den neuen Bericht des Weltklimarates IPCC unglaubwürdig zu machen. Ansonsten sind die Amerikaner vor allem dort dabei, wo es – ganz im Sinn ihres Präsidenten – darum geht, Geschäfts zu machen. „Wir erwarten ein robustes, stabiles Wachstum bei fossiler Energie“, sagte der Vertreter des konservativen Thinktanks Clearpath, auch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid und die Atomenergie würden in Zukunft eine grosse Rolle spielen.

Immerhin: Nach der offiziellen US-Präsentation machten amerikanische Firmen – darunter Konzerne wie Microsoft, die Bank of America und Mars – an einer improvisierten Pressekonferenz klar, dass sie die Zukunft vor allem in der Wind- und Solarenergie sehen würden.

Stichworte: COP 24

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