In der linken Zürcher Wochenzeitung p.s. bespricht Hans Steiger drei neue Klima-Bücher.  Unter anderem das Taschenbuch „Der Klimawandel.  Diagnose, Prognose, Therapie“ der beiden führenden Klimawissenschaftern Stefan Rahmstorf und Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschumg. Erstmals erschienen ist das schmale Taschenbuch, das in knapper, aber kompetenter und gut lesbarer Form (fast) alles erklärt und darstellt, was man über den Klimawandel wissen muss, erstmals 2006. Für die jetzt erschienene 8. Auflage haben die beiden Wissenschaftler das Taschenbuch überarbeitet und um ein Kapitel ergänzt, das die Klimadiplomatie bis und mit dem Pariser Abkommen von 2015 nachzeichnet.

Nach anfänglicher Skepsis kann sich Steiger auch für Gabriele Kerbers „Klimawandel hautnah“ begeistern.  Die Biologin hat ein halbes Jahr auf Kiritimati, einer Inselgruppe der Republik Kiribati gelebt und geforscht. Die Autorin erzählt, wie die Menschen auf den vom Untergang bedrohten Atollen leben, wie der Klimawandel ihre traditionelle Gesellschaft verändert und zerstört, wie sich die Menschen darauf vorbereiten, auf eine „Migrationsinsel“ umzuziehen oder in andere Länder zu emigrieren, in denen sie ohnehin nicht sehr willkommen sein werden. Aufschlussreich, so Steiger, ist auch der Vergleich mit zwei  deutschen Nordsee-Inseln, die natürlich völlig andere Überlebensstrategien entwickeln.

Und schliesslich bespricht Steiger den beklemmkenden Fotoband „Rhonegletscher“ des Fotografen Hansjürg Sahli, der in der Edition Patrick Frey erschienen ist. Der Bildband dokumentiert den „hilflosen Versuch“, mit Tüchern das Abschmelzen des Gletschers zu verhindern oder wenigstens zu verlangsamen. (CR)

Stefan Rahmstorf / Hans-Joachim Schellnhuber: Der Kli­mawandel. Diagnose, Prognose, Therapie. C.H. Beck, München 2018,145 Seiten, 14.50 Franken.

Gabriele Kerber: Klimawandel hautnah. Springer, Berlin 2018,251 Seiten, 20 Euro.

Hansjörg Sahli: Rhonegletscher. Edition Patrick Frey, Zü­rich 2018,132 Seiten mit 100 grossflächigen Abbildun­gen, 42 Franken.