Die EU zwingt die Autohersteller, den CO₂-Ausstoß der Fahrzeuge drastisch zu reduzieren. Das geht aber nur, wenn der Anteil an Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen massiv zunimmt. Die Autoindustrie sei entsetzt über den Entscheid von EU-Parlaments, EU-Rat und EU-Kommission, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Kurz zusammengefasst die Fakten: Derzeit liegt der EU-Durchschnitt Neuwagen bei 118,5 Gramm pro Kilometer, im Durchschnitt der deutschen Automarken bei 127,1 g/km. Ab 2021 dürfen die CO2-Emissionen im Flottendurchschnitt gemäss einen früheren Beschluss der EU noch 95 Gramm pro Kilometer betragen, gemäss der neuen Verordnung müssen sie bis 2025 um weitere 15 Prozent und bis 2030 um 37,5 Prozent, also letztlich auf 60 g/km sinken

Das ist nur möglich, meint die Süddeutsche Zeitung, wenn sehr viele Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge den Durchschnitt drücken.
Umweltverbände halten diese Mischrechnung für falsch. Wenn Autohersteller diesen Bonus auf ihre Benzin- und Diesel-Flotte anrechnen können, „müssen die Verbrenner gar nicht weit unter die heutigen 95 Gramm sinken“,sagt Dietmar Öliger, Leiter Verkehrspolitik des NABU.

Wer diese EU-Grenzwerte überschreitet, muss Strafen zahlen. Die Automobilwoche hat nach Angaben der Süddeutschen Zeitung errechnet, dass bei einem Grenzwert von 95g/km VW rund 1,4 Milliarden Euro Strafe drohen, Fiat-Chrysler 700 Millionen Euro.

Als besonders schnell wirkende Massnahme schlägt die Süddeutsche Zeitung ein Tempolimit vor. Damit lasse sich Klimaschutz im Verkehr auch bei jenen Autos erreichen, die schon auf der Straße seien, sagt Jürgen Resch von der Deutschen Umwelt Hilfe (DUH).