Rund zwei Drittel der Deutschen halten den Klimawandel für ein wichtiges Anliegen, aber nur etwa ein Drittel glaubt, dass das 2-Grad-Ziel noch erreichbar ist. Das ergab eine repräsentative, bislang unveröffentlichte Studie der Universität Hamburg, die der ZEIT vorliegt.

Interessant ist die Studie deshalb, weil sie nicht bloss eine Momentaufnahme darstellt; dieselben Fragen haben die Forscher bereits vor drei Jahren während des Klimagipfels von Paris gestellt. So sahen im Jahr 2015 erst 15 Prozent der Befragten im Klimawandel eines der zwei „wichtigsten Probleme für Deutschland“, inzwischen hat sich dieser Wert immerhin auf immer noch tiefe 30 Prozent verdoppelt. 36 Prozent interessierten sich damals für das Thema, heute sind es 45 Prozent. Der Anteil derer hingegen, die das Problem einfach nicht wahrhaben wollten, sei „auf niedrigem Niveau gleich geblieben“, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Fenja De Silva-Schmidt der Zeit.

Interessant sind zwei weitere Befunde: „Etwa 40 Prozent der Menschen sehen im Klimaschutz einen wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung“, zitiert die Zeit einen der Autoren der Studie. Und: Während 2015 noch jeder vierte Befragte an den Erfolg eines Klimaabkommen glaubte, ist es heute nur noch jeder fünfte.

Und schliesslich: Beinahe jeder Zweite will in Zukunft beim Kauf von Lebensmitteln und in seiner persönlichen Mobilität das Klima schonen. Mehr als ein Drittel gab an, bereits heute entsprechend zu handeln (37 Prozent beim Einkauf, 45 Prozent im Verkehr). Egal, ob dies ein bisschen geschummelt ist oder nicht – jeder Dritte will sich künftig niedrigschwellig engagieren, jeder Fünfte erwägt gar ein aktives Engagement, zum Beispiel in einer Partei oder einer NGO. (CR)