4×4-Fahrzeuge sind so beliebt wie noch nie. Fast jeder zweite in der Schweiz verkaufte Neuwagen ist ein Allrad-Fahrzeug. Der Anteil „echter“ Elektromobile dümpelt nach wie vor weit unter 2 Prozent. Den Schweizer Autoimporteuren ist das alles ziemlich egal. Sie lassen sich im Tages-Anzeiger in schönster Verharmlosungsrhetorik zitieren «Dass wir die 50-Prozent-Marke nicht geschafft haben, ist aus CO2-Sicht gar nicht so schlimm.

Auto Schweiz, die Vereinigung der Schweizer Autoimporteure, trickst auch sonst ein wenig. Zwei Rekorde seien zu verzeichnen im vergangenen Jahr. Neben dem neuen Rekord bei den Allrad-Fahrzeuge – der Anteil der neu verkauften Geländewagen stieg von 47,5 auf 49,1 Prozent -, sei man auch bei den „Personenwagen mit alternativem Antrieb“ auf Rekordniveau. 2018 habe man 21’591 solcher Pkw oder fast ein Viertel mehr verkauft als noch im Jahr zuvor. Damit sei der Marktanteil von 5,6 auf 7,2 Prozent gestiegen.

Dieser Rekord ist bis an die Grenze zur Fehlinformation geschönt. Denn zu den „Personenwagen mit alternativem Antrieb“ zählt Auto Schweiz auch alle sogenannten Hybride, deren Elektromotor nur unterstützend eingesetzt wird, die aber letztlich voll und ganz mit Benzin oder Diesel betrieben werden, „Echte“ Elektrofahrzeuge, also vollständig elektrisch betriebene oder sogenannte „Plug-In“-Fahrzeuge, deren Batterien am Stromnetz aufgeladen werden, machen laut der neuesten Auto Schweiz-Statistik nicht 7,2 Prozent, sondern lediglich 3,1 Prozent aus.

Diese ganze Entwicklung steht im krassen Gegensatz zu allen Zielen der Energiestrategie 2050, welche 2017 vom Volk angenommen worden ist: Statt zu sinken, steigen die CO2-Emissionen im Strassenverkehr. Bereits 2015 hätten die Autoimporteure den CO2-Ausstoss ihrer Neuwagen im Durchschnitt auf 130 Gramm pro Kilometer senken müssen; 2017 betrug er 134,1 g/km mit steigender Tendenz. (Bei insgesamt 4,5 Millionen Pkw und mehreren tausend Kilometer Fahrleistung pro Jahr machen einige wenige Gramm schnell einmal 500’000 Tonnen CO2 und mehr aus.) Bis 2020 müssten die Durchschnittswerte gar auf 95g/km sinken. Mit der massiven Zunahme von Geländewagen oder SUVs, die immer schwerer und mit immer unsinniger stärkeren Motoren ausgestattet werden, ist dieses Ziel auf jeden Fall nicht zu erreichen. (CR)