Jedes Jahr werden weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald vernichtet. Das ist mehr als dreimal die Fläche der Schweiz mit ihren 41’285 Quadratkilometern.

Wälder haben, wie die Frankfurter Rundschau aufzählt, zahlreiche ökologisch wichtige Funktionen: Sie produzieren Sauerstoff, regulieren das Klima, speichern Wasser, reinigen die Luft und schützen den Boden vor Erosion. Auch für die Artenvielfalt sind sie entscheidend (…) Zudem speichern Wälder fast die Hälfte des an Land gebundenen Kohlenstoffs.

Noch ist rund ein Drittel der Landfläche, insgesamt vier Milliarden Hektaren, mit Wäldern bedeckt. Aber: Weltweit hat der Mensch bereits rund die Hälfte der einst existierenden Wälder vernichtet. Und der Raubbau geht unvermindert weiter. Jedes Jahr werden rund 13 Millionen Hektaren vernichtet – 35 Fußballfeldern pro Minute. Weitaus der grösste Anteil in den Tropen durch illegalen Holzeinschlag, Brandrodung und durch die Umwandlung von Wald in Agrarland.

Zu den grössten Waldvernichtern gehört derzeit Brasilien. Und das eben nicht erst, seit der neue Präsident Jair Bolsonaro angekündigt hat, den Amazonas-Regenwald großflächig für die Agrarindustrie zu öffnen. Bereits zwischen 1990 und 2010, also während der Amtszeit von Lula de Silva, ging in Brasilien eine Waldfläche von der Größe Frankreichs verloren. Aber auch in Afrika und Asien gibt es grosse Verluste. So schrumpfen derzeit Indonesiens Regenwälder im Rekordtempo, weil immer mehr Plantagen für die Palmöl- und Zellstoffproduktion entstehen.

Auch in Europa und Nordamerika wird viel Holz geschlagen, zu einem großen Teil für die Papierproduktion. Zwar gilt die Forstwirtschaft in den meisten Ländern als „nachhaltig“, und in der Tat nehmen die Waldflächen in Europa sogar wieder zu. Hier kritisieren die Umweltverbände nicht die Quantität, sondern die Qualität der Waldbewirtschaftung. Sie orientiere sich zu stark an den Renditeerwartungen, setze deshalb meist auf schnell wachsende, aber nicht standortangepasste Arten, zudem würden die Bäume viel zu früh geschlagen werden, um sie zu Geld zu machen.


Interessant sind in diesem Zusammenhang vor allem einige Studien unter dem Stichwort „Natural Climate Solutions“. Insgesamt könnten Wälder und Moore weltweit jährlich etwa elf Gigatonnen CO2-Äquivalente zum Klimaschutz beitragen, zitiert die Frankfurter Rundschau im Dezember 2018 Alexander Popp, einen Landnutzungsexperten am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Das entspreche, so Popp, mehr als 30 Prozent dessen, was bis 2030 weltweit eingespart werden müsse, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen.

„Etwa die Hälfte davon könnte durch den Erhalt kohlenstoffreicher Flächen erreicht werden“, zitiert die Frankfurter Rundschau den Klimawissenschafter, „also durch den Schutz tropischer Wälder oder von Torfmooren. Die andere Hälfte, indem der Atmosphäre CO2 etwa durch Aufforstung wieder entzogen werde“. Die Methode sei deshalb so attraktiv, weil sie im Gegensatz zu vielen anderen Klimaschutzmassnahmen ohne großen technischen Aufwand heute schon verfüg- und anwendbar sei – und das zu vergleichsweise geringen Kosten. (CR)