Wem der Name des Herrn Hänggi noch nicht so recht geläufig ist, und das dürfte auch in der Schweiz immer noch die Mehrzahl sein, der kann das jetzt nachholen. Unter dem Titel „Der Plan des Herrn Hänggi“ veröffentlichte die deutsche Wochenzeitung Die Zeit am 23. Mai ein Porträt des 50jährigen Historikers, Journalisten, Buchautors und angehenden Lehrers Marcel Hänggi.

Auch über den Plan des Herrn Hänggi erfährt man in dem Artikel des österreichischen Journalisten Florian Gasser einiges: Hänggi hat zusammen mit einer Gruppe von engagierten Schweizer Bürgerinnen und Bürgern eine Volkinitative gestartet, die Gletscher-Initiative. Sie soll dafür sorgen soll, dass die Schweiz bis 2050 vollständig auf fossile Energien verzichtet, also die CO₂-Emissionen auf Null reduziert werden. Ausnahmen soll es nur noch dort geben, wo aus (produktions)technischen Gründen nicht anders geht. Dort aber muss das emittierte Treibhausgas kompensiert werden.

In dem Porträt erfährt man allerhand, nämlich dass Hänggi in einer Zürcher Altstadtwohnung lebt, zwei Kinder hat, ab und zu in einem Topf Hackfleisch rührt und Nudeln kocht, dass er Gedichte von Rainer Maria Rilke mag und seit Jahren nicht mehr geflogen ist. Wichtiger sind Sätze wie: „Es wird nicht ohne Verzicht gehen. (…) Weniger Auto fahren, weniger fliegen, anders essen – manchen Menschen wird dieser Verzicht wehtun.“ Dabei sei klar, dass die Schweiz, in der ein Promille der Weltbevölkerung lebt, die Menschheit mit ihrer „Gletscher-Initiative“ nicht retten wird. Doch: „Wir können zeigen, dass es geht.“

„Hänggis Initiative würde einen radikalen Umbau erfordern“, schreibt Florian Gasser in der Zeit, „dennoch hat sie Chancen, vom Schweizer Stimmvolk angenommen zu werden.“

Damit diese Chancen noch grösser werden, kann man hier Mitglied des Vereins Klimaschutz Schweiz werden.

Und vor allem: Die Gletscher-Initiative unterschreiben kann man hier. (CR)

DIE ZEIT 22/2019

Das Taschenbuch, in dem Marcel Hänggi begründet, warum dieser radikale Umbau der Gesellschaft notwendig ist, heisst „Null Öl, Null Gas, Null Kohle. Wie Klimapolitik funktioniert. Ein Vorschlag“ und ist 2018 im Rotpunktverlag, Zürich erschienen.

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