3’500 Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten versammelten sich am vergangenen Freitag (18. Januar) im deutschen Freiburg im Breisgau auf dem Platz der Alten Synagoge, um gegen die Untätigkeit der Politiker in Sachen Klimawandel zu demonstrieren. Ihnen widmet die Süddeutsche Zeitung eine ganzseitige Reportage, „einen Besuch bei den Aufständischen“.

Die Reporterin Renate Meinhof redet mit zwei Schülern jenes Teams, das seit sechs Wochen alles vorbereitet hat, „gearbeitet, nein richtig geackert“ hat. Das meiste sei natürlich über Whatsapp-Gruppen gelaufen Binnen kürzester Zeit war die erste Gruppe mit rund 250 Teilnehmern voll, so machten sie eine zweite Gruppe auf, eine dritte, vierte … Zuletzt waren es zehn Whatsapp-Gruppen – 2’500 Leute. Auf Instagram sahen sie, wie sich „Fridays for Future“ auf der ganzen Welt entwickelte. 

Unter anderem redete Meinhof auch mit einer Kulturwissenschaftlerin, die sich seit Jahren mit den neuen sozialen Bewegungen und Protestkulturen beschäftigt. Ganz im Gegensatz zur oft gehörten Meinung, die Jugend sei unpolitisch, uninteressiert und unengagiert, wundert sie sich überhaupt nicht über die Politisierung und Polarisierung der Jugend; die Ungeduld dieser Generation findet sie absolut verständlich: „Letztlich argumentieren die Schüler ja so: Wir haben Angst vor der Zukunft. Was die Politiker tun, reicht nicht, und deshalb könnte es schlimm enden, je nachdem, wie es mit dem Klimawandel weitergeht. Und gleichzeitig spricht daraus auch ein Optimismus. Die Zukunft ist gestaltbar, und wir können das alles schaffen, wir resignieren nicht, wir wollen das selber in die Hand nehmen“.

Auch der Naturwissenschafter Ernst Ulrich von Weizsäcker, bis vor kurzem Co-Präsident des Club of Rome,  meint: „Ich bin in der Tat der Meinung, dass die jetzige Schülergeneration die sehr gute Chance hat, eine Art Rebellion von unten in unserer Zivilisation zu veranstalten und sich damit auch durchzusetzen“, auch wenn es ein paar Jahre dauern könne. Und: „Das Wichtigste, was der Einzelne tun kann, ist, politischen Durchblick zu haben.“ Sein Aufruf (nicht nur) an die Klimastreikenden: „Liebe Leute, denkt politisch!“ (CR)